Eine Frau mit Heuschnupfen

Heuschnupfen

In den letzten Jahren nimmt die Zahl der allergisch Erkrankten stark zu. Bereits seit Jahrzehnten ist die bekannteste Form der Allergie der Heuschnupfen, welcher häufig von einem allergischen Asthma begleitet wird.

Nies- und Juckreiz, tränende Augen, Fließschnupfen oder sogar Atemnot erschweren das tägliche Leben der Betroffenen. Meist von den ersten Frühlingstagen bis in den späten Sommer kann sich der Pollenallergiker an schönen Tagen nur selten beschwerdefrei im Freien aufhalten. Freizeitaktivitäten, wie Sport, Wandern oder Grillen werden zur Qual.

Aber nicht nur saisonale Allergen wie Pollen, sondern auch ganzjährig vorkommende Allergene wie Tierhaare oder Hausstaubmilben können „Heufieber“-artige Beschwerden hervorrufen.

Aufschluss über das auslösende Allergen gibt als erstes die Anamnese, die den Zeitrahmen der Beschwerden und die Umgebung festhält. In der Diagnostik folgt ein Pricktest und eine ergänzende Blutuntersuchung. Aus der Zusammenschau dieser 3 Parameter lassen sich in den meisten Fällen die Allergene exakt bestimmen.

Ursache ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems

Es kann nicht mehr richtig unterscheiden zwischen schädlichen und harmlosen Fremdstoffen. So kommt es zu einer übersteigerten Immunabwehr auf Substanzen, die dem Organismus eigentlich nicht schaden, wie z.B. den Pollen. Pollen sind Blütenstaub, wobei insbesondere die Pollen der vom Wind bestäubten Pflanzen in der Luft vorkommen und bei trockenem Wetter von dem Wind bis zu mehreren 100 km weit getragen werden können. Wenn dieser feinste Staub auf die Schleimhäute der Augen und des Nasentraktes kommt, tritt bei allergischen Patienten innerhalb kürzester Zeit Nasenlaufen, Augentränen oder Atemnot auf.

Nicht alle Pollen sind zu jeder Jahreszeit in der gleichen Konzentration in der Luft vorhanden. Anhalt hierfür gibt ein Pollenflugkalender, außerdem informiert der Pollenwarndienst täglich über den tatsächlichen aktuellen Pollenflug in der Region. Schauen Sie in Ihre regionale Tageszeitung, auch wird häufig beim Wetterbericht der Pollenflug aufgezeigt.

Sofern möglich, können betroffene Patienten ihren Urlaub in die Hauptblütezeit des Allergens verlegen und den Urlaub dann in einer pollenarmen Region (Meeresküste, Hochgebirge über 2000m) verbringen.

Hilfreiche Tipps für Allergiker

  • Am frühen Abend die Zimmer lüften und anschließend die Fenster schließen, denn mit dem kühlen Abend- und Nachtwind werden die Pollen kilometerweit weitergetragen und verteilt.
  • Keine Ziersträuße mit Beigaben von Gräsern ins Zimmer stellen.
  • Das Auto mit einem speziellen Pollenfilter ausstatten, damit auch die Lüftung benutzt werden kann.
  • Abends die Haare kurz mit kaltem Wasser durchspülen, damit daran festsitzende Pollen entfernt werden und nicht durch intensiven Kontakt sowie Reibung mit dem Kopfkissen erst recht auf die Schleimhäute gelangen.
  • Honig kann ebenfalls noch relevante Pollenkonzentrationen enthalten, die entsprechende Heuschnupfensymptome auslösen können, die nichts mit einer Lebensmittelallergie zu tun haben.

Die Therapie von Heuschnupfen

Die Pollenallergie zählt mittlerweile zu besten erforschten Allergieformen. Je nach Stärke, Etage der Beschwerde (Auge, Nase, Lunge) und Dauer gibt es eine vielschichtige Behandlungsstrategie. Diese reicht von Maßnahmen, wie Augentropfen und Nasenspray über Inhalationsaerosole, Gabe von Antihistaminikum -Tabletten bis hin zur spezifischen Immuntherapie (SIT) auch Hyposensibilisierung genannt, mit der eine Gewöhnung an die Pollen wieder erreicht werden kann.