Nahrungsmittelallergie bei z. B. Fisch, Milch, Meeresfrüchte, Nüsse, Obst

Nahrungsmittel

Neben den allseits bekannten Nahrungsmittelallergien auf Ei, Milch, Nüsse und Fisch, sind auch pflanzliche Nahrungsmittel als Allergieauslöser bei Erwachsenen gut bekannt. Auffällig ist, dass diese Allergien zu etwa 80-90% an eine Pollenallergie gekoppelt sind.

Symptome einer Nahrungsmittelallergie

Am häufigsten äußert sich das „Orale Allergie Syndrom“ (OAS) mit Kribbeln, Juckreiz und Prickeln an den Lippen, der Zunge und am Gaumen. Es können allerdings auch heftigere Reaktionen mit Schwellungen des Gesichts, asthmatischen Erscheinungen, Nasenlaufen, Augentränen und Symptome an der Magen- und Darmschleimhaut auftreten.

Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie

Der Erwerb der Allergie (Sensibilisierung) erfolgt nicht über den Genuss der nicht verträglichen Nahrungsmittel, sondern vielmehr über eine Sensibilisierung durch Pollen im Rahmen einer Heuschnupfenerkrankung. Der dann pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie liegen immunologische Kreuzreaktionen auf gemeinsame Antigene zugrunde.

Für die pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie ergeben sich drei Assoziationsmuster:

  • Bei Gras- und Getreidepollenallergien überwiegen Empfindlichkeiten gegen Getreide, aber auch Hülsenfrüchte (Soja, Erbse, Erdnuss, Bohne).
  • Patienten, die auf Baumpollen allergisch reagieren (insbesondere Birke-, Hasel- und Erlenpollen), klagen gehäuft über Beschwerden nach Genuss rohen Kern- und Steinobstes (Apfel, Kirsche Pfirsich, Pflaume), sowie bei Kiwi, aber auch bei verschiedenen Nüssen insbesondere Haselnüssen, einigen Gemüse (wie rohen Karotten, Sellerie und Paprika) und Gewürzen (Paprika, Knoblauch, Anis). Hierbei ist wichtig, zwischen Haselstrauchpollen und den Früchten der Haselnuss zu unterscheiden, denn eine Haselnusspollenallergie geht nicht zwangsläufig mit einer Haselnussallergie einher.
  • Bei Allergien gegen Kräuterpollen (hierbei hauptsächlich Beifuß), finden sich häufig assoziierte Gewürzallergien (Pfeffer, Kümmel, Paprika), aber auch Allergien gegen verschiedene Gemüse (Sellerie, Karotte, Fenchel) und Kräuter (Dill, Petersilie).

Andere Assoziationen bei einer Nahrungsmittelallergie

Daneben gibt es auch andere Kopplungen. So vertragen Latexallergiker häufiger keine Bananen, Avocados oder Esskastanien.

Diätmaßnahmen

Optimal wäre natürlich eine konsequente Meidung der betroffenen Allergene. Dies gestaltet sich schwierig bei fertig im Handel angebotenen Nahrungsmittelzubereitungen, da hierbei häufig nicht deklariert, Nussöle, insbesondere Erdnusspräparate vorkommen können.

Die Verträglichkeit kann teilweise durch Erhitzen erleichtert werden. Allerdings gibt es auch pflanzliche Nahrungsmittel deren Hauptallergene hitzestabil sind, wie z.B. Soja, Erdnuss, Haselnuss und andere Nüsse, Sellerie, einigen Gewürzen und Senf. Für die meisten Obst- und Gemüsearten gilt jedoch, dass sie nach einer 5-minütigen Kochzeit gut toleriert werden.

Bezüglich Äpfel kann Reiben und kurzes Stehen lassen an der Luft (enzymatische Bräunung) ebenfalls die Allergenaktivität für den betroffenen Patienten deutlich mindern. Insbesondere beim Apfel kann die Sensibilisierung auch sortenspezifisch sein und außerdem vom Reifegrad beeinflusst werden. Unreife Äpfel werden in der Regel von den betroffenen Allergikern problemlos vertragen. Außerdem zeigen sich, dass alte Apfelsorten von Streuobstwiesen besser toleriert werden als Züchtungen wie Cox-Orange, Golden Delicius, und Granny-Smith.