Warzen

Warzen

Was sind Warzen?

Im Volksmund nennt man alle über das Hautniveau überstehende Veränderungen Warzen. Warzen (auch Verrucae genannt) im medizinischen Sinn aber sind scharf begrenzte, gutartige Hautwucherungen (Papillome) unterschiedlichster Form meist mit einer rauen, schuppigen Oberfläche. Sie werden durch ein ansteckendes Virus (Humanes Papilloma-Virus) hervorgerufen. Zurzeit sind über 80 verschiedene Untertypen dieses Virus bekannt.

Verschiedene Arten von Warzen

Man unterteilt Warzen danach, wie sie aussehen und wo sie auftreten. Hervorgerufen werden sie an den unterschiedlichsten Orten von den verschiedenen Untertypen des Virus. Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) an Händen und Füßen betreffen zumeist Kinder und Jugendliche und weniger ältere Personen. Sie breiten sich oft auf der Haut des Betroffenen weiter aus, sind aber auf andere Personen nicht so schnell übertragbar.

An der Fußsohle wachsen Dornwarzen manchmal schmerzhaft in die Tiefe. Flachwarzen (Verrucae planae) und fadenförmige Warzen (Verrucae filiformes) findet man häufig im Gesicht. Genitalwarzen heißen auch Feigwarzen. Sie sind sehr viel ansteckender als gewöhnliche Warzen und werden durch Geschlechtsverkehr übertragen.

Nicht zu dieser Gruppe gehören Dellwarzen (Mollusca contagiosa). Sie werden von einer anderen Virusgruppe verursacht und sehen auch anders aus: flache kugelige Gebilde mit zentraler Nabelbildung (daher der Name Dellwarze). In Deutschland hat fast jedes Kind schon einmal Warzen gehabt. Die Hälfte aller Erwachsenen hat Fuß- oder Handwarzen. Warzen sind durch eine Reihe von Maßnahmen gut behandelbar. Warzen können auch von allein abheilen.

Wie entstehen Warzen?

Warzenviren gelangen durch kleine Verletzungen in die obere Hautschicht. Sie veranlassen eine Verdickung und überschießende Verhornung der Haut mit Ausbildung der typischen Warzengebilde.

In den infizierten Hautzellen vermehren sich die Viren und werden an der Oberfläche wieder freigesetzt. Durch Berühren der Warze kann man sich dann also anstecken, insbesondere wenn man kleine Risse in der Haut hat.

Mit Warzenviren kann man sich auch in Duschräumen von Schwimmbädern anstecken, jedoch ist die Empfänglichkeit für Warzen von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Grund dafür ist unbekannt. Schlecht durchblutete, kalte oder schwitzige Hände und Füße (wie häufig bei Jugendlichen im Wachstum) sind anfälliger.

Wie werden Warzen diagnostiziert?

Das Erscheinungsbild der Warze und der Ort, an dem sie auftreten, führen zur klinischen Diagnose. An Händen und Füßen sind es raue, oft erhabene Knoten mit unregelmäßiger, schuppiger Oberfläche. In der Mitte weisen sie manchmal kleine schwarze Punkte auf. Warzen an der Fußsohle (Plantarwarzen) verteilen sich zusätzlich manchmal mosaik- oder beetartig. An Stellen, die großem Druck ausgesetzt sind, wie an der Fußsohle, drückt die Verhornung auf Nerven und verursacht einen Schmerz, wie wenn man auf einem Dorn läuft („Dornwarzen“). Im Gesicht und am übrigen Körper treten plane Warzen oft als unscheinbare rötliche, leicht raue Erhebungen auf. In der Genitalregion fallen Feigwarzen als kleine Erhebungen auf, die später ein blumenkohlartiges Aussehen annehmen und unbehandelt ziemlich groß werden können (Buschke-Löwenstein-Tumor) und sogar bei jahrelangem Bestand entarten können.

Gerade in dieser Region kann der Hautarzt die Warze mit 3% Essigsäure betupfen. Sie färbt sich dann im Gegensatz zur restlichen Haut weiß. So kann er auch nicht sichtbare Infektionsstellen entdecken.

Absolute Sicherheit, ob es sich um eine Warze handelt oder nicht, erhält man durch eine Gewebeprobe (Biopsie). Die Bestimmung, um welchen Untertyp des Virus es sich handelt, ist wichtig für Feigwarzen, da sie von Untertypen verursacht werden, die manchmal zu bösartigen Wucherungen führen.

Wie behandelt man Warzen?

Um Warzen zu entfernen, gibt es fast so viele Methoden wie Warzen: im Handel sind Warzentinkturen oder Warzenpflaster erhältlich. Sie enthalten Säuren wie Salicylsäure oder Milchsäure, die das von den Viren hervorgerufenen Hautgebilde wegätzen. Man muss vorsichtig sein, dass man beim Auftragen die gesunde Haut nicht verletzt. Die Mittel wirken nicht gegen die Viren selbst, deshalb muss man die Behandlung lange durchführen, bis wirklich die ganze Warze und mit ihr die Viren verschwunden sind.

Andere Warzentinkturen stoppen die Warzenbildung, indem sie die unkontrollierte Zellteilung in den befallenen Hautzellen verhindern. Sie sind jedoch nur auf Rezept zu erhalten. Beim Arzt oder Hautarzt kann eine Warze auch vereist, ausgeschabt, elektrisch verschorft oder gelasert werden.

In der Homöopathie werden Verdünnungen aus Thuja-Extrakt eingesetzt. Diese Lösungen sind entweder zum Einnehmen oder zum Auftragen geeignet.

Häufig sind mehrere Behandlungen notwendig, da sich Warzen zum Teil hartnäckig halten oder sich erneut bilden. Eine neuartige Behandlungsweise stellt wIRA dar: nach Abschaben der abtragbaren Hornpartikel wird wassergekühltes Infrarotlicht appliziert. Die Behandlung ist völlig schmerzfrei, allerdings zeitaufwendig (30 min Dauer, 10 Sitzungen), aber gerade bei therapieresistenten Warzen oder bei ängstlichen Kindern gut einsetzbar.

Was können Sie selbst tun?

Wenn Sie viele Warzen haben, gehen Sie zum Arzt. Dieser schließt aus, dass eine der Warzen eine bösartige Wucherung darstellt.
Tragen Sie Badeschuhe, wenn Sie in ein Schwimmbad, die Sauna oder ähnliche öffentliche Einrichtungen gehen. Vermeiden Sie es, an der Warze zu schneiden, bohren oder beißen. Es besteht sonst die große Gefahr, dass Sie erneut Viren freisetzen und sich an anderen Stellen oder auch andere Personen damit anstecken.

Damit die Lösungen und Pflaster richtig wirken können, müssen Sie die weggeätzten Hautzellen vor jeder neuen Behandlung vorsichtig abtragen. Das geht am besten nach einem Bad mit einem Hornhauthobel oder Skalpell. Achten sie dabei darauf, dass die behandelten Stellen möglichst nicht zu bluten beginnen.

Es gibt viele alte Hausmittel wie Warzen besprechen, bei Vollmond eine Schnecke über die Warze kriechen lassen oder geheimnisvolle Kräutertinkturen. Wenn die Warzen dadurch tatsächlich verschwinden, hilft aus medizinischer Sicht nicht das Mittel selbst, sondern der Placebo-Effekt. Sie dürfen aber auch auf Ihr körpereigenes Abwehrsystem vertrauen: manche Warzen heilen von selbst ab.

Wie ist die Prognose?

Warzen sind hässliche, aber in der Regel harmlose Wucherungen, die häufig auch ohne Behandlung wieder ausheilen. Eine Behandlung kann langwierig sein, aber in der Regel wird man die lästigen Begleiter nach einer Zeit auch wieder los. Vorsicht ist bei Feigwarzen geboten, da diese auch auf Sexualpartner übertragbar sind und bösartig entarten können.